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weltraumladen Galerie > Raumfahrt... > Raumfahrt Ausstellungen und Verleih > Ausstellung: 50 Jahre bemannte Raumfahrt im HTM Peenemünde




Fenster der russischen Raumfähre Buran



Teile des Space Shuttle



Mondstaub



Letzter Fußabdruck auf dem Mond



Fenster einer Sojus Rakete



Orlan-Außenbord-Handschuh



Raum-Handschuh von Juri Gagarin



Sokol- (UdSSR, Russland) und Mercury- (USA) Raumanzug



Space-Barbie und Mondrover

50 Jahre bemannte Raumfahrt - Juri Gagarin 1961/ 2011

Ausstellung zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Raumfluges von Juri Gagarin im HTM - Historisch Technisches Museum - Peenemünde. Verlängert bis 11. September 2011


Thema 1: Wie alles begann: Der Sputnik lässt die Welt aufhorchen

2: Juri Gagarin, der Erste Kosmonaut – Mensch und Mythos

3: Die erste Kosmonautengruppe der UdSSR: German Titow, Valentina Tereschkowa und andere, Alexeij Leonow: Erster Ausstieg ins All

4: Die "Golden Seven"- Astronauten um Alan Shepard, John Glenn und Virgil Grissom

5: Die USA gewinnen den Wettlauf zum Mond. Das Apollo- Programm, Neil Armstrong

6: Die sowjetischen Mondmissionen, Mondrakete N-1 und Lunochod

7: sowjetische/ russische Raumstationen von Salut bis Mir

8: Zusammenarbeit im Orbit, Interkosmos, Sojus- Apollo und INTERNATIONALE RAUMSTATION ISS

9: Space Shuttle, der gefährliche Universal- Transporter Buran, das erfolglose sowjetische Pendant

10: Leben im All: Das Problem mit der Schwerelosigkeit Essen, Trinken, Waschen, Schlafen, Hygiene und Toilette

11: Raumfahrt-Spielzeug von den Anfängen bis zur Jahrtausendwende

Freifläche 1: Raumanzüge für alle Fälle

2: Innenbekleidung (kosmische Mode)


Konzeption

Als am 12. April 1961 der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall startete, war das für die Welt eine unglaubliche Sensation. Wieder einmal hatten die als rückständig geltenden Russen den Amerikanern die Fersen gezeigt. Schon 1957 hatten sie ja den ersten Satelliten gestartet, kurz danach das erste Lebewesen, den Hund Laika, der das Abenteuer nicht überlebte. Was aber die Wenigsten wußten, war, daß die mächtige Trägerrakete "Wostok" (oder auch R-7 "Semjorka") ursprünglich zum Transport von Atombomben gebaut wurde. Die Führung der Sowjetunion hatte jedoch schnell begriffen, daß man mit Raumfahrt- Erfolgen (Pionierleistungen) das Image des Riesen- Landes und des Kommunismus in der Welt aufpolieren kann. Deshalb lief auch gleichzeitig eine Propagandamaschine auf Hochtouren, die die Erfolge (Mißerfolge wurden, wenn möglich, gar nicht erst vermeldet) hochjubelte.

Menschen gingen mit echtem Stolz auf die Straßen in tausenden Städten, um die Kosmoshelden zu feiern, deren Namen man erst erfuhr, wenn sie erfolgreich gestartet waren. In allen Zeitungen, auf Plakaten, Briefmarken und Streichholzschachteln prangten die Bilder. Auch wurden Spielzeuge und sogar Gebrauchsgegenstände produziert, die die Namen der Satelliten, Raumschiffe und Kosmonauten trugen. Wenn die Kosmonauten dann andere Länder besuchten, wurden sie empfangen wie Staatschefs und gefeiert wie die Helden einer lichten Zukunft. Nur die Namen der Konstrukteure erfuhr außer wenigen Eingeweihten niemand. Nicht mal als das Nobelpreiskommitte aus Oslo anfragte, wer denn der Leiter dieser Raketen- und Raumschiffentwicklungen sei, ließ sich die sowjetische Führung darauf ein. "Das ganze Volk" antworteten sie.

In den USA dagegen war man durchaus offener. Die Pläne und Absichten der 1958 eilig gegründeten NASA wurden veröffentlicht. Die "Golden Seven"- Astronauten hatte man schon lange vor ihren Flügen vorgestellt und deren Lebensgeschichten in den großen Illustrierten veröffentlicht. Allerdings waren die US- Raketen schwächer und die Raumschiffe leichter. Das führte zur sogenannten "Tonnenideologie", das heißt die Massen der Raumschiffe wurden miteinander verglichen. Dabei siegten damals immer die Russen und damit gleich der ganze Sozialismus. Und so mancher Start in den USA klappte eben nicht... was die Fernsehzuschauer dann live betrachte konnten. Wenn jedoch die Astronauten von Ihren Missionen zurück kamen, wurden sie genauso stürmisch gefeiert und erhielten höchste Auszeichnungen wie die Russen. Nicht selten gingen sie auf Weltreise, um für Ihre Sache zu werben.

Wie die Geschichte weiter gegangen ist, wissen wir heute alle: Die Sowjetunion hat es nicht geschafft, Menschen zum Mond zu schicken. Die Riesen- Mondraketen N-I explodierten immer wieder beim Start. Am 21. Juli 1969 hatten die Amerikaner ihr erst 1961 durch John F. Kennedy gestelltes Ziel geschafft, Menschen zum Mond und zurück zu bringen. Die Sowjetunion schickte zwar auch zwei ferngesteuerte Mondautos zum Erdtrabanten und holte dreimal automatisch Mondgestein zur Erde zurück, nur war das natürlich nicht im Entferntesten so spektakülär, wie alles was mit Menschen und Hochtechnologie zusammenhängt. Später dann konzentrierten sich die Russen auf bemannte Raumstationen, die USA auf Space Shuttles. Erst Mitte der 90 Jahre begann eine Zusammenarbeit in Sachen Raumfahrt, die ab 1998 zum Aufbau der Internationalen Raumstation ISS führte.

All diese Zusammenhänge will die Ausstellung beleuchten. Es werden einerseits die historischen Missionen vorgestellt und andererseits deren Wirkung in der Öffentlichkeit untersucht. Dabei spielt immer der "menschliche Faktor" eine Rolle: Wie sind die Kosmonauten und Astronauten damit umgegangen? Waren sie wirklich die makellosen Helden oder machten sie auch mal Fehler? Wie hat die Öffentlichkeit auf Erfolge und Mißerfolge reagiert? Was hat die Politik daraus gemacht?

Einzigartiges Raumfahrt- Material, originale Dokumente, Zeitungen, Zeitschriften und Fotos führen die Besucher in eine Zeit zurück, die wesentlich von Kaltem Krieg geprägt wurde, wo es wahre Propagandaschlachten gab, bei denen man (Gott-sei-Dank meist friedlich) um die bessere Gesellschaftsordnung stritt. Sowohl Übertreibungen als auch Verunglimpfungen waren an der Tagesordung. Die Geheimhaltung tat ein Übriges.

Der Autor, Herr Tasillo Römisch aus Mittweida/ Sachsen besitzt laut Guinness- Buch der Rekorde die weltgrößte private Raumfahrtsammlung und kann aus dem Vollen schöpfen. Allein die Galerie von gezeigten Handschuhen ist einzigartig: Die Trainingshandschuhe von Juri Gagarin, Valentina Tereschkowa und Alexeij Leonow sind genauso vertreten, wie die moderneren Raumhandschuhe von Alexander Kaleri, der als Letzter die Außenluke der Raumstation Mir zugemacht hat oder Anatoly Solowjow, der fünfmal im Weltraum war und den Weltrekord in Sachen Ausstiege ins All hält. Dazu kommen die Fenster der Sojus- Kapsel und des Raumgleiters "Buran", viele getragene/ geflogene Raumfahrtbekleidungen, das "Fahrrad von der Mir" und viele erstaunliche Dinge, von deren Existens die meisten bisher gar nichts wußten.

Natürlich ist auch "die andere Seite" gebührend vertreten. Ein Stück aus einer gesunkenen und später geborgenen Mercury- Kapsel beginnt den Reigen, der über ein paar Krümel echten Mondstaubes und den Lithiumabsorber von "Apollo 13", bis hin zu Hitzeschutzkacheln und den Bremsfallschirm des Space Shuttle führt. Gerade die erste Mondlandung mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin steht hier im Mittelpunkt, eben weil diese eine Wende in der bemannten Raumfahrt bewirkt hat. In der öffentlichen Wahrnehmung ist diese Mission dem Flug von Gagarin durchaus gleichzusetzen.

Weil aber die meisten Besucher immer wieder nach dem Leben im All fragen, zeigen wir auch das: originale Raumfahrtnahrung aus der Sowjetunion, den USA und China, Hygieneartikel, eine Toilette und den Schlafsack aus der Raumstation. Ob denn "die da oben" auch manchmal Alkohol trinken, wird vielleicht auch beantwortet.

Die Ausstellung wendet sich vor allem an Familien mit Kindern. Die Beschreibungen sind in einfacher Sprache gehalten und verzichten auf hochwissenschaftliche Formulierungen. Auch werden ausgesuchte Weltraumspielzeuge präsentiert, sowohl in den zehn Raumfaht- Vitrinen als auch nochmal extra. Diese stammen sowohl aus den beiden damals raumfahrtführenden Ländern als auch aus Deutschland (BRD und DDR) und der ganzen Welt. Man kann dabei leicht nachvollziehen, womit die Kinder in der Sowjetunion oder den USA damals gespielt haben, aber auch wie das im gespaltenen Deutschland war. Der Aha- Effekt ist vorprogrammiert.


>> Historisch Technisches Museum Peenemünde

>> Raumfahrt Ausstellungen und Verleih







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