Aufbruch ins All - Die Ersten
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weltraumladen Galerie > Die V2 Geschichte - Aufbruch ins All




Ptolemäisches Weltsystem mit der Erde im Zentrum

... vielmehr gibt es für alle Art Historie gar keinen wichtigeren Satz als jenen, der mit solcher Mühe errungen ist, aber auch wirklich errungen sein sollte – dass nämlich die Ursache der Entstehung eines Dings und dessen schliessliche Nützlichkeit, dessen tatsächliche Verwendung und Einordnung in ein System von Zwecken toto coelo auseinander liegen; dass etwas Vorhandenes, irgendwie Zu-Stande-Gekommenes immer wieder von einer ihm überlegenen Macht auf neue Absichten ausgelegt, neu in Beschlag genommen, zu einem neuen Nutzen umgebildet und umgerichtet wird; dass alles Geschehen in der organischen Welt ein Überwältigen, Herrwerden und dass wiederum alles Überwältigen und Herrwerden ein Neu-Interpretieren, ein Zurechtmachen ist, bei dem der bisherige „Sinn“ und „Zweck“ notwendig verdunkelt oder ganz ausgelöscht werden muss.

Friedrich Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, „Schuld“, „Schlechtes Gewissen“ und Verwandtes


Einigen wird neu sein, dass Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) ebenso gut Deutscher wie Pole genannt werden kann. Die Meisten aber werden wissen, dass er die Erde aus dem Zentrum der Welt verbannt und an deren Stelle die Sonne gesetzt hat. Sein Landsmann Johannes Kepler (1571 – 1630) ersetzte kurz darauf Kopernikus kreisrunde Bahnen der Planeten um die Sonne durch elliptische, und vollendete damit die im Wesentlichen bis heute gültige Vorstellung unseres Sonnensystems.

Nur den Wenigsten wird dagegen bekannt sein, dass dieses so genannte heliozentrische Weltbild bereits um 300 v.u.Z. von Aristarch von Samos entwickelt worden war. Zwar vergriff sich Aristarch erheblich in der Einschätzung der Größe der Sonne und ihrer Entfernung von der Erde, kam aber, wie Archimedes berichtet, zu dem Schluss, dass die Erde in einer Kreisbahn um die feststehende Sonne rotiere. Andere Gedanken waren jedoch mächtiger als die seinen und so verlor sich das heliozentrische Weltbild wieder im Dunkel der Geschichte.

Obwohl kaum mehr zu belegen, wird berichtet, dass Aristarch, ebenso wie ein anderer Verfechter des heliozentrischen Weltbilds, Galileo Galilei, von den Verteidigern göttlicher Ordnungen angeklagt und verurteilt worden war, weil seine Ansichten deren Welt ins Wanken brachten.

Diese kleine Geschichte belegt zum Einen, dass Irrtümer gut und gerne 1.000 Jahre und länger aufrecht erhalten werden können. Zum Anderen soll sie in Erinnerung rufen, dass wesentlich mehr zu einem Flug zu den Sternen gehört, als eine Rakete. Aber wie dem auch sei, so wie die Welt heute aussieht, geht es ohne Rakete nicht. Und die erste Rakete, mit der Menschen tatsächlich über die Erde hinaus in den Weltraum gegriffen haben war das Aggregat 4, die so genannte V2.





Frau im Mond

Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden!

Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra


Kraft braucht eine Richtung

Am 3. Oktober 1942 wurde in Peenemünde, an der Ostseeküste Deutschlands das erste von Menschen geschaffene Objekt über die Atmosphäre der Erde hinaus in den Weltraum geschossen. Die Rakete, welche von ihren Erfindern Aggregat 4 genannt wurde ist, unter dem ihr während des II. Weltkriegs gegebenen Propagandanamen "V2", weltberühmt geworden. Es waren Visionäre, Techniker und Ingenieure, Doktoren, Militärs und Handwerker, die tatkräftig und kreativ dem richtenden Genie Wernher von Brauns folgten und mit der Unterstützung von tausenden Händen ein neues Zeitalter der Menschheit begannen, – das Zeitalter der Weltraumfahrt.

Der Aufbruch der Menschen ins Weltall





Start eines Aggregat 4 in Peenmünde, Prüfstand 7


Heck des Aggregat 4 am 3. Oktober 1942

Wir haben mit unserer Rakete in den Weltraum gegriffen.

Walter Dornberger nach dem erfolgreichen Flug der Rakete am 3. Oktober 1942


Der 3. Oktober 1942. Das erste von Menschen geschaffene Objekt im Weltall

Es waren Kinderträume und die Bücher von Visionären wie Hermann Oberth*, die technischen Möglichkeiten der Moderne und die finanziellen Mittel des Deutschen Heeeres, welche den Boden bereiteten, auf dem am 3. Oktober 1942 ein entscheidender Schritt in der Entwicklung der Menschen getan wurde. 10 Jahre zuvor war Wernher von Braun nur einer von vielen tüftelnden Raketenenthusiasten gewesen, deren Begeisterung für die Sache oft nur vom Mangel an Mitteln zur Realisierung ihrer Vorstellungen überboten wurde. Auf der Suche nach Technologien, die nicht den Beschränkungen des Versailler Vertrages unterlagen, hatte Oberst Dornberger den 19-jährigen Studenten im Oktober 1932 für das Heereswaffenamt geworben.

Allein hier boten sich für ihn realistische Möglichkeiten, um sein großes Ziel, den Flug zu den Sternen, faktisch voranzutreiben. Nun war von Braun technischer Leiter der Raketenentwicklung in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und die erste Rakete hatte den Weltraum berührt. Entwicklet wurde diese Rakete, um als Waffe im Krieg eingesetzt zu werden, konzipiert wurde in Peenemünde jedoch von Anfang an für die Raumfahrt, - sie war der leitende Gedanke. Die Heeresversuchsanstalt war ab 1936 in kürzester Zeit und mit ungeheurem Aufwand aus dem Boden gestampft worden. Mehrere tausend Menschen arbeiteten hier unter strengster Geheimhaltung. Ihre Entwicklungen bilden die Grundlage der Weltraumfahrt und gipfelten im bemannten Mondflug 1969.

Beim ersten Weltraumflug am 3. Oktober 1942 erreichte das Aggregat 4 im Gipfelpunkt seiner Flugbahn eine Höhe von 81 km. In späteren Höhentestversuchen stieg das Geschoss bis zu 184 km über die Erde. "Ohne die Rakete als Waffe in Erwägung zu ziehen, sind die von ihr ausgehenden allgemeinen Zukunftsmöglichkeiten ungeheuer. Aus Traum kann nun Wirklichkeit werden, aus Hoffnungen und theoretischen Überlegungen kann nun das Raumschiff werden. Hierfür hat unser Arbeiten, unser Schaffen und Gelingen die ersten Beiträge geliefert. Sie nicht verloren gehen zu lassen, ist die Aufgabe der Sieger dieses hoffentlich letzten Krieges der Völker."**

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* Sein 1922 erschienenes Buch: "Die Rakete zu den Planetenräumen" begeisterte den jungen Wernher von Braun und forderte ihn - da er kaum etwas von den technisch-mathematischen Ausführungen verstand - zum Studium der Physik heraus. Oberth hatte die Schrift als Dissertation an der Universität Heidelberg eingereicht. Sie wurde jedoch abgelehnt, da sich niemand im Stande sah, sie zu beurteilen.

** Walter Dornberger, militärischer Leiter des Projekts, übersiedelte nach Kriegsende mit dem Entwicklerteam um Wernher von Braun in die USA und resümiert am Ende seines Buches: "V2 - Der Schuss ins Weltall" im Jahr 1952 wie zitiert.





V2 Produktion im KZ Dora Mittelbau


Opfer des Konzentrationslagers Dora Mittelbau

Aber ich will vernichtende –, ich will vernichtende Wirkung!*

Adolf Hitler nach der Präsentation der V2 am 7. Juli 1943


Der II. Weltkrieg, Adolf Hitler und die Wunderwaffe

Hitlers Ziele waren die Stärkung des deutschen Volkes, die Ausrottung der Juden, die Einung des europäischen Raumes unter deutscher Führung und die Eroberung von Lebensraum im Osten. Zur Erreichung dieser Ziele maß er den Entwicklungsarbeiten der Raketenenthusiasten in Peenemünde nur wenig Bedeutung bei. Erst als sich 1943 eine Niederlage der Deutschen im Kriege abzuzeichnen begann, griff Hitler nach dem Strohhalm, der nun im Handumdrehen zur Wunderwaffe werden sollte. Genau das aber war das Aggregat 4, die V2, nicht.

Sie war weder ein zur Massenfertigung taugliches Produkt, noch war sie eine zielsichere und durchschlagskräftige Waffe. Und, was entscheidender war, sie ließ sich unter den gegebenen Umständen auch nicht im Handumdrehen dazu machen. Im Wahn des "Alles oder Nichts" wurde die Produktion dennoch massiv, brutal und grausam vorangetrieben. Im zum KZ Buchenwald gehörenden "Mittelwerk Dora" fanden im Zusammenhang mit der Produktion der "Wunderwaffe" etwa 20.000 Menschen den Tod, – etwa 5.000 kamen bis Kriegsende durch ihren Einsatz ums Leben.

Auch wenn es für sein Deutschland zu spät war, Hitler erkannte an jenem 7. Juli 1943 klar die Bedeutung der Raketentechnik für den Krieg: "Wenn wir diese Raketen schon 1939 gehabt hätten, dann wäre es nicht zum Krieg gekommen, – jetzt und in aller Zukunft ist Europa und die Welt für einen Krieg zu klein. Mit diesen Waffen wird ein Krieg für die Menschheit untragbar werden."*

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* Adolf Hitler zitiert nach Walter Dornberger, 1952, S. 112ff





Wernher von Braun vor dem Triebwerk einer Saturn V Rakete


Apollo 11 auf dem Mond

But in a very real sens, it will not be one man going to the moon – it will be an entire nation.

John F. Kennedy in seiner Rede "Urgent National Needs" vor dem Congress am 25. Mai 1961


Der Flug zu den Sternen

Viele Alternativen gab es für von Braun und die Peenemünder Entwickler nach der deutschen Niederlage nicht. Die Amerikaner brachten sämtliche V2 Raketen, die das Mittelwerk Dora nicht verlassen hatten, sowie die komplette Dokumentation der Entwicklung in die USA, ebenso Wernher von Braun und einige seiner Mitstreiter.

Der heiße Krieg wurde zu einem kalten und die Amerikaner verfügten, dank der Deutschen, über ein revolutionäres Know-How. Obwohl die Amerikaner sich unter mehr oder minderer Einbeziehung der deutschen Raketenpioniere um die Weiterentwicklung der erbeuteten Technik für militärische Zwecke bemühten, ließ von Braun sein Ziel nicht aus den Augen. Er konzipierte weiter für die Raumfahrt und begann, den Amerikanern den Weltraum "zu verkaufen". Eifrig warb er für die Realisierung seiner Ideen. Als die Russen im Oktober 1957 den ersten Satelliten "Sputnik" und im April 1961 mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins Weltall geschossen hatten, griffen die Amerikaner auf das "Wernher von Braun - Team" zurück, und Präsident Kennedy machte sich eines, der von Braun propagierten Ziele zu eigen: den Flug zum Mond.

Etwa 30 Jahre nach den ersten Versuchen im legendären "Verein für Raumschiffahrt" und knapp 20 Jahre nach den Erfolgen in Peenemünde standen nunmehr die Mittel bereit, um den großen Traum, vom Flug zu den Sternen zu verwirklichen. Als die Apollo 11 Mission am 20. Juli 1969 auf dem Mond landete und Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mondboden setzte, erreichten Wernher von Braun und die Peenemünder Pioniere mit der Kraft der Amerikaner ihr nunmehr gemeinsames Ziel.





Über Information zu diesem Bild würde ich mich sehr freuen. Mir ist leider nichts dazu bekannt. Pierre Kynast, weltraumladen.de

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Formel meines Glücks: ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel...

Friedrich Nietzsche. Götzen-Dämmerung


Das Zeitalter der Weltraumfahrt

Die Konsequenz der Hebung des Menschen über die Erde Seit die Erdgeborenen begannen, von sich selbst Zeugnis zu geben, sahen sie nur all zu oft leidend weg von den Menschen, dieser Erde und sich selbst. Sie erfanden Götter, Himmelreiche und Hinterwelten als Flucht- und Hoffnungspunkte, sie strebten nach der Erlösung im Nichts, oder folgten dem Wahn von der Erlangung allen Erdenglücks im Jenseits.

Wie sehr auch immer vom Leiden bestimmt oder nicht, es waren der Blick hinaus in die Weite des Alls und die Ehrfurcht vor dem bestirnten Himmel, die Sehnsucht nach anderen Welten und die Lust im Griff nach den Sternen, welche die Menschen über die Erde hinaus trieben. Es ist aber der genau umgekehrte Blick zurück, auf die Erde hin, den dieses Streben ermöglicht hat und der nun das gerade angebrochene Zeitalter bestimmt. Erst als die Menschen sich faktisch über die Erde erhoben, wurde dieser Blick in jenem wirklichen Sinne möglich.

Erst jetzt können die Menschen die Erde in ihrer Gänze und Schönheit sehen, und begreifen, wie ausnahmsweise diese Erde ist, in den Weiten des Alls. Sie ist ihr einziges Heim. Das Streben nach anderen Welten, der Wille, über diese Welt hinaus, führte so die Menschen in größtem Bogen wieder zurück zu sich selbst und ihrer einzig wirklichen Welt. Vom überirdischen zum irdischen, von Gott zum Menschen, vom Himmel zur Erde kehrt sich also der Blick des großen Schaffenden, des Überwinders aller Grenzen, des Himmelsstürmers, Gottgewordenen –

... auf zu neuen Meeren!


"Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu"





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